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Accelerated Mobile Pages: Blitzschnelle AMPs auch für B2B?

Accelerated Mobile Pages im B2B

Anfang 2016 tauchten sie erstmals im Google Suchindex mit einem Blitzsymbol auf: Sogenannte Accelerated Mobile Pages. Ihr großer Vorteil: Die kurze Ladezeit. Binnen Sekunden sind Webseiten geladen und sorgen so für höchste Usability und hervorragende User Experience. Doch wie bei allen digitalen Trends stellt sich auch für AMPs die Frage, inwieweit sich diese für B2B eignen. Wir geben Aufschluss, wann für B2B-Marketer der Einsatz von AMPs sinnvoll ist.

AMP steht für „Accelerated Mobile Pages“ und lässt sich in etwa mit „Beschleunigte mobile Webseiten“ übersetzen. Sie eignen sich speziell zur mobilen Nutzung von Websites, da sie im Vergleich zu herkömmlichen Websites eine viel schnellere Ladezeit haben. Die Ladezeit ist schon lange essentieller Rankingfaktor von Google, da sie die User Experience nachhaltig beeinflusst. AMP wurden von Google selbst initiiert und sind als Open Source verfügbar. Google reagiert damit auch auf die Instant Articles von Facebook. Diese ermöglichen es, Inhalte direkt in Facebook so aufzubereiten, dass sie sich wie Websites verhalten. Doch wie lassen sich AMP technisch realisieren?

Was technisch hinter AMPs steckt und wo die Grenzen sind

Technisch gesehen basieren AMP auf einer Art reduziertem HTML-Quellcode, der geringe Dateigrößen gewährleisten soll. Das spezielle zweistufige Laden bei AMP ermöglicht die blitzschnelle Verfügbarkeit der Seiten. Die direkt nach dem Klick sichtbaren Inhalte (=above the fold) werden als erstes geladen, so dass diese sofort sichtbar sind. Während User sich dann den zuerst sichtbaren Inhalt anschauen, lädt der weitere Inhalt unten (=below the fold) unbemerkt nach. Um dies zu gewährleisten, beschränkt sich die Zahl der verfügbaren Elemente für Inhalte above the fold.

Im Gegensatz zu den Instant Articles von Facebook steht der Quellcode für jeden frei zur Verfügung, da Google hier den Ansatz von Open Source verfolgt. Zudem befinden sich die Inhalte der Publisher auf den eigenen Servern. Google nutzt hier Cache-Dateien der AMP, um die schnelle Verfügbarkeit zu gewährleisten. Wer Content-Management-Systeme wie WordPress, Joomla oder auch Contao im Einsatz hat, kann zudem entsprechend bereitgestellte Plugins nutzen.

AMP haben das Ziel, die User Experience so angenehm wie möglich zu gestalten. Daher ist das Ziel von AMP, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der Content, der Usern schnell zur Verfügung gestellt werden soll, steht im Zentrum. Ausgefallene Animationen oder dergleichen sind bei AMP deshalb nicht möglich, da sie die Ladezeit erheblich beeinträchtigen.

Worauf bei der Suchmaschinen-Optimierung geachtet werden muss

Aus Sicht der Suchmaschinen-Optimierung sollte Ihr Webmaster ebenfalls einige Punkte bedenken, um sowohl eine optimale Auffindbarkeit Ihrer Website, als auch Ihrer AMP zu gewährleisten. Denn sonst könnte sogenannter Duplicate Content lauern. Das bedeutet, dass Website-Inhalte unter mehreren URLs erreichbar sind, was Google als Spam wertet und die Website im schlimmsten Fall abstrafen könnte. Daher ist es wichtig, mittels bestimmter Attribute darauf hinzuweisen, dass eine AMP-Version einer Webseite vorliegt. Jede Nicht-AMP-Seite sollte daher per sogenanntem „rel-Attribut“ stets auf ihre AMP-Version hinweisen. Jede AMP-Version wiederum sollte mit Hilfe eines Canonical-Tags auf die kanonische Nicht-AMP-Version der Webseite verweisen. Existiert eine Seite nur als AMP, so sollte diese mit einem Canonical-Tag auf sich selbst verweisen. Google bietet hier aber ausführliche Anleitungen im Supportbereich an.

Wie oftmals im B2B-Marketing stellt sich bei neuen Trends immer die Frage, inwieweit sich diese auch für das B2B-Umfeld eignen. Warum man künftig an AMPs nicht vorbeikommt, erläutert der folgende Abschnitt.

Warum AMPs nicht gänzlich ignoriert werden dürfen

AMP kommen von Google und Google ist überwiegend die meistgenutzte Suchmaschine weltweit. Auch im Geschäftsumfeld gelten Suchmaschinen und damit Google als primäre Informationsquelle. Bereits in vorangegangenen Updates (u.a. Mobilegeddon) wurde der Algorithmus dahingehend verändert, dass mobiloptimierte Webseiten in der mobilen Suche bevorzugt werden. Daher sollte die neue Technologie keinesfalls ignoriert werden, sondern vielmehr abgewogen werden, wann der Einsatz sinnvoll ist. Auch verschmelzen privat und beruflich immer mehr durch flexible Arbeitszeitmodelle. Zudem haben Nutzer durch das private mobile Surfen bestimmte Ansprüche an mobile Websites, die das B2C-Marketing schon längst erfüllt und die sie daher auch in ihrem beruflichen Umfeld erwarten. Doch unter welchen Gesichtspunkten ist der Einsatz von AMP im B2B Online-Marketing sinnvoll?

Wann sind AMPs für B2B Unternehmen besonders sinnvoll?

AMPs werden vor allem genutzt, um aktuelle Inhalte wie etwa Nachrichten schnell und ohne Ablenkung auf Mobilgeräten zur Verfügung zu stellen. Neben der Google-Suche tauchen sie auch sehr oft in den Social-Media-Streams auf. Das bedeutet, dass User es aus dem privaten Umfeld gewohnt sind, Inhalte in Sekundenschnelle zu sehen, wenn sie bspw. auf Facebook surfen und dort auf externe Inhalte klicken.

Demnach sollten vor allem B2B-Unternehmen, die sehr aktiv im Social-Web unterwegs sind, abwägen, ob AMP für sie sinnvoll sind. Gerade für immer wiederkehrende Inhalte, die über das Social-Web gestreut werden, würde sich der Einsatz von AMP lohnen. Denn der Aufbau der Seiten ist immer der gleiche, lediglich der Inhalt ändert sich. Dabei sollte stets bedacht werden, dass die Inhalte reduzierter dargestellt werden müssen als auf der regulären Website.

Webanalyse-Tool gibt Aufschluss über mobile Nutzung Ihrer Website

Darüber hinaus sollte jedes B2B-Unternehmen prüfen, wie sich die mobile Nutzung der Website über die letzten Monate und Jahre hinweg verändert hat: Wie hoch ist der Anteil der User, welche die Website mobil besuchen? Das lässt sich über Ihr Webanalyse-Tool herausfinden. Auch sollte analysiert werden, welche Inhalte hauptsächlich mobil angeschaut werden. Handelt es sich dann noch um Seiten, die in Google indexiert werden sollen, weil sie für bestimmte Keywords optimale SEO-Einstiegsseiten sind, lohnt sich eine AMP in jedem Fall. So haben Sie für die mobile Suche Vorteile gegenüber Ihren Wettbewerbern, wenn diese noch keine AMP nutzen.

Die Anwendungsfälle von AMPs im B2B Online-Marketing zusammengefasst

Kurz gesagt kann sich der Einsatz von AMP also für folgende Anwendungsfälle im B2B Online-Marketing eignen: Inhalte, die stark mobil genutzt werden und keywordrelevant sind, Serienformate mit Inhalten, die immer wieder über Social-Media geteilt werden, zeitkritische Inhalte wie News, Events etc.

Fazit: Wie für alle digitalen Trends gilt auch für AMP: Kein Einstieg ohne Strategie dahinter. Unter bestimmten Voraussetzungen lohnt sich ihr Einsatz nämlich: Für stark mobilfrequentierte Website-Inhalte, sowie Social-Web-Inhalte. Machen Sie es sich doch einfach einmal zum Vorteil, dass die Mühlen im B2B hinsichtlich digitaler Trends gerne langsam mahlen. Testen Sie AMP je Einsatzzweck und überholen Sie Ihre Wettbewerber in der mobilen Suche. Dank blitzschnell geladener Webinhalte.

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