Einsatz von Bewegtbild und Stockvideos im B2B
B2B Online-Marketing

Einsatz von Bewegtbild und Stockvideos im B2B

Der große Vorteil von Bewegtbildern für B2B-Unternehmen liegt darin, dass sich damit gerade erklärungsbedürftige Investitionsgüter und Dienstleistungen anschaulich, emotional ansprechend und unterhaltsam präsentieren lassen. Auf der eigenen Firmenwebsite und auf Online-Portalen lassen sich so die Markenbekanntheit nachhaltig steigern und gleichzeitig Leads (potenzielle Neukunden) generieren.

Im Interview mit GlobalCom spricht Andreas Schulz, der seit vielen Jahren Image- und Industriefilmefilme für B2B-Unternehmen dreht, über den Trend Bewegtbild und den Einsatz von Stockvideos. „Die Tage der teuren Filmproduktionen sind vorbei“, sagt der Internetfilmer, „und auch kleine und mittlere Firmen haben Video für die Unternehmenskommunikation entdeckt“. Ein Gespräch über den Wandel im Unternehmensfilm und die wachsende Rolle von Stockvideos.

Wofür setzen Ihren Kunden heute das Medium „Film“ ein?

Früher wollten fast alle großen Unternehmen einen Imagefilm. Häufig landete der schnell im Archiv, weil er nicht mehr auf dem neusten Stand war. Das hat sich nach meinen Erfahrungen geändert: Heute verlangen die Firmen kürzere Videos, die mehrere Teilbereiche des Unternehmens in den Vordergrund stellen. Das ist eine Anpassung an das Internet als schnelles und flüchtiges Medium. Der Trend bewegt sich weg von den edlen Glas- und Marmorfassaden der Firmen hin zu deren Produkten. Bei kleineren Firmen sind es auch kurze Firmenprofile, die gefragt sind.

Was hat Sie dazu bewegt, sich auf den Internetmarkt zu konzentrieren?

Ich konzentriere mich auf diesen Markt, weil es der Markt der Zukunft ist. Das Medium Film ist in der Werbung, im Marketing oder in der PR-Arbeit allen anderen Medien überlegen. Und nun gibt es auch noch das Internet, eine Plattform für die Videodistribution, die so gut wie nichts kostet. Gleichzeitig ist die Technik, um gute Filme zu produzieren, für jeden bezahlbar geworden. War vor 15 Jahren noch ein Equipment, das eine sechsstellige Summe gekostet hat, der Standard, so ist ein gutes Handwerkszeug heute schon für eine niedrige vierstellige Summe zu haben.

Ist das Webvideo deshalb in der Firmenkommunikation so beliebt?

Ja. Und das Interessante ist, dass so langsam auch mittelgroße und kleine Firmen Interesse für Webvideos zeigen. Viele von ihnen haben immer noch im Kopf, dass die Produktion von Videos teuer ist. So wundern sich meine Auftraggeber oft darüber, dass ein Internetfilm günstiger zu haben ist als eine Firmenbroschüre.

Welche Rolle spielt der Einsatz von Stockvideos in der Videoproduktion?

Der Einsatz von Stockvideos ist eine gute Alternative zur 100%-igen Eigenproduktion. Ich habe festgestellt, dass die Preise für Clips bei Bildagenturen wie z.B. Shutterstock inzwischen für wenig Geld zu haben sind und dadurch auch für Lowbudget-Produktionen bezahlbar geworden sind. Für 10 bis 50 Euro pro Clip kann man ein aufwändig inszeniertes Bild nicht selber drehen. Voraussetzung ist allerdings, dass die passenden Aufnahmen in den Archiven vorhanden sind.

Wie sehen Sie die Chancen und Risiken von Stockvideos in Zukunft?

Ich denke, dass Stockvideo eine große Zukunft hat. Für ein schnelles Medium wie das Internet muss auch schnell gearbeitet werden. Das heißt, nicht für jedes einzelne Videobild bleibt die Zeit, um es in Ruhe, am richtigen Ort und mit den richtigen Darstellern zu drehen. Schon heute ist es in Kreisen von Videofilmern in Portalen wie Youtube gang und gäbe, sich passende Bilder aus Webvideos zu holen und diese dann zu remixen. Das ist gleichzeitig auch das Risiko und die Gefahr von Stockvideo-Agenturen: dass sie als Selbstbedienungsladen angesehen werden und ihre Schöpfer dabei leer ausgehen.

Quelle: GlobalCom PR-Blog

Jens Stolze
Veröffentlicht von Jens Stolze
Geschäftsführer
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