Barrierefreie Webseiten für B2B-Marken

Barrierefreie Webseiten für B2B-Marken

Rund 30% der Bevölkerung haben eine Sehbeeinträchtigung, motorische Einschränkungen, kämpfen mit Konzentrationsschwächen oder leiden unter einer begrenzten Lesekompetenz. Dies sind ausschlaggebende Gründe für die barrierefreie Gestaltung und Optimierung von B2B-Webseiten und Online-Shops. Hinzu kommen alltägliche Einschränkungen wie beispielsweise direktes Sonnenlicht auf dem Bildschirm. Inwiefern B2B-Unternehmen von barrierefreien Webseiten profitieren, erklären wir in diesem Artikel.

  • Barrierefreie Websites sind Plattformen, die ohne zusätzliche Installationen für jeden zugänglich sind
  • Für 100% der Webseite-Besucher ist barrierefreie Optimierung hilfreich
  • Für 30% bringt sie deutliche Erleichterungen und für 10% ist sie unerlässlich

Barrierefreie Webseiten haben ein Ziel: Alle Nutzer zu erreichen. Mit barrierefreiem Webdesign und der Zugänglichkeit von Inhalten können B2B-Unternehmen ihre Kompetenz in Kommunikation und Technik unterstreichen.

Mit dem Fokus auf Usability und Accessibility ist es allen Menschen möglich, das Web-Angebot ohne Einschränkung zu nutzen. Somit wird die Zielgruppe von B2B-Unternehmen erweitert, Besucher bleiben länger auf der Webseite oder kommen gerne wieder zurück. Die Absprungrate kann verbessert werden, die Ladezeit durch einen besseren Quellcode gesteigert werden und somit ein höheres SEO-Ranking erzielt werden. Außerdem bieten barrierefreie Webseiten eine bessere Lesbarkeit auf mobilen Endgeräten.

Web Content Accessibility Guidlines

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind ein internationaler Standard zur barrierefreien Gestaltung von Internetangeboten. Sie erstellen Richtlinien für barrierefreie Webinhalte. Dazu gehören vier Prinzipien: Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit. Auf diese wird im Folgenden genauer eingegangen:

Wahrnehmbarkeit

Menschen mit Sehbeeinträchtigung sind darauf angewiesen, dass Bilder mit Alternativtexten versehen sind. Mit Hilfe von Vorlese-Anwendungen wird die Bildbeschreibung für eine Sprachausgabe des Inhalts genutzt. So können Menschen, die das Bild nicht sehen können, trotzdem verorten, um was es sich für ein Bild handelt. B2B-Unternehmen sollten also beim Upload von Bildern auf Webseite und Co. darauf achten, dass diese mit Alt-Tags gekennzeichnet werden. In der Regel sind Alt-Tags zwischen 70-140 Zeichen lang. Inhaltlich sollte einfach kurz beschrieben werden, was auf dem Bild zu sehen ist. Auch Suchmaschinen werten diese Texte aus und beziehen sie in das Ranking ein.

Bedienbarkeit

Durch motorische Einschränkungen können viele Menschen keine Webseiten mit der Maus bedienen. B2B-Unternehmen sollten daher dringend ermöglichen, dass sich die Webseite per „Tab-Taste“ navigieren lässt. Dies funktioniert mit speziellen HTML-Elementen. Außerdem sollte beim Design beachtet werden, dass Navigationspunkte mit genügend Abstand zueinander gestaltet werden.

Verständlichkeit

Informationen, Texte und Elemente sollten einfach und verständlich dargestellt werden. Die Verwendung von leicht verständlicher Sprache ist gerade im B2B-Bereich sinnvoll. Unter einfacher Sprache ist gemeint, dass Texte unkompliziert und einfach zu lesen sind. Einfache Texte sind nicht nur für Menschen mit Beeinträchtigung geeignet, sondern auch für alle anderen User sowie Nicht-Muttersprachler schneller und besser aufnehmbar.

Robustheit

Die Webseite sollte robust gestaltet sein, sodass sie von möglichst vielen Menschen benutzt werden kann. Außerdem sollten B2B-Unternehmen unbedingt auf eine gut strukturierte Typografie achten. Ist die H1 die größte Schrift? Die H2 sollte etwas kleiner gestaltet werden als die H1 und die H3 kleiner als die H2 und so weiter. Die Strukturierung der Typografie ist gerade eine Hilfe für Menschen mit Lernschwäche und Aufmerksamkeitsstörungen.

Gute Lesbarkeit von Texten beruht auf einem ausreichenden Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe. Die Texte sollten sich gut vom Texthintergrund abheben, um leserlich zu sein. Bei Texten mit kleinen Schriftgrößen ist dies besonders wichtig. Hohe Kontraste helfen auch bei mobiler Nutzung. Inhalte bleiben so z. B. trotz direkter Sonneneinstrahlung im Freien erkennbar.

Des Weiteren ist es von Vorteil, Farben nicht als alleinige Informationsträger zu bestimmen, um Menschen mit Farbfehlsichtigkeit, wie die verbreitete Rot-Grün-Schwäche, nicht unnötig unter Druck zu setzen. Wenn beispielsweise bei einem Eingabefeld ein Fehler auftritt, sollte zusätzlich zu roter Farbe auch ein Icon eingebaut werden, das den User auf den Fehler aufmerksam macht.

Zusammengefasst bedeutet für B2B-Unternehmen online Barrieren abzubauen gleichzeitig, dass sich die Usability der Webseite verbessert.

Vorteile auf einem Blick

  • Das B2B-Unternehmen zeigt soziale Verantwortung. Dies lässt sich gut für PR-Maßnahmen nutzen.
  • Das Risiko, wegen Diskriminierung einen Imageschaden zu erleiden, wird reduziert.
  • Suchmaschinenoptimierung sowie Usability der Webseite werden positiv beeinflusst.
  • Die Zielgruppe vergrößert sich und es werden mehr User erreicht.
  • Das B2B-Unternehmen stärkt die Teilhabe von Mitarbeitern mit Behinderung.

So bauen B2B-Unternehmen Barrieren ab

Generell lässt sich empfehlen, das Thema Barrierefreiheit bei einem anstehenden Relaunch zu berücksichtigen. Barrierefreiheit ist am kostengünstigsten, wenn sie von Anfang an integriert wird. Mit Hilfe diverser Testing-Tools können B2B-Unternehmen ihren aktuellen Stand bezüglich der Barrierefreiheit auf ihrer Webseite einschätzen lassen. W3C Testnoten werden von erfahrenen Testern vergeben, die eine Webseite ganzheitlich überprüfen und in unterschiedliche Stufen der Accessibility von A (geringe Barrierefreiheit) bis AAA (hohe Barrierefreiheit) einteilen.

Auf Basis dieser Testergebnisse wird ein Pflichtenheft mit allen Mängeln erstellt, das bei der Planung und Umsetzung einer barrierefreien Webseite hilft.

Wenn B2B-Unternehmen alle ermittelten Maßnahmen umgesetzt haben, kann die erreichte Barrierefreiheit erneut überprüft werden. Hierzu eignet sich der BIK BITV-Test. Werden alle geprüften Seiten mit „konform“ bewertet, kann das Prüfzeichen „BIK BITV-konform“ auf der Webseite eingebunden und nach außen dokumentiert werden.

Fazit

Sind B2B-Websites barrierefrei gestaltet, wird die Usability und das Suchmaschinen-Ranking verbessert. Außerdem finden sich beeinträchtige User oder User mit mobilen Endgeräten leichter auf der Webseite zurecht. Web Accessibility nutzt also allen. Zudem wird das Vertrauen in die B2B-Marke gestärkt und die User-Experience verbessert.

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Verwendete Quellen:
Barrierefreies Design
Usability.de
Usu.com
Aktion Mensch
unsplash.com | Domenico Loia

Veröffentlicht von Michele Taormina
UI/UX Designer
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